Rezension | Black Rabbit Hall - Eve Chase


Originaltitel: Black Rabbit Hall | Reihe: - | Übersetzung: Carolin Müller
Verlag: Blanvalet, Februar 2016 | Ausgabe: Hardcover | Seiten: 416 | Preis: 19,99€
Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.
Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ... (Quelle: Blanvalet Verlag)

MEINUNG

Ich mochte das Buch. Beim Lesen fiel mir gar nicht auf, wie die Zeit verging und schon hatte ich es beendet. Anfangs war ich mir nicht sicher, wohin die Geschichte führt. Der Prolog hinterlässt ein eher bedrückendes Gefühl, das sich durch das Buch zieht. Der Einstieg war in meinen Augen ziemlich holprig, was ich auf den Schreibstil schiebe - oder in dem Fall vielleicht eher die Übersetzung. Die Kapitel wechseln zwischen Amber, die mit 15 Jahren in den 60er Jahren auf Black Rabbit Hall mit ihrer Familie lebt und Lorna, die dort 30 Jahre später auftaucht. Ambers Kapitel sind in der Ich-Perspektive geschrieben, Lornas dagegen hatten einen Erzähler. Und es waren Lornas Kapitel, die mir das Leben schwer gemacht haben. Merkwürdige Satzkonstruktionen und Ausdrücke haben meinen Lesefluss nicht gestört, sondern eher behindert. Ambers Kapitel dagegen lassen sich leicht weglesen, obwohl dort auch das Meiste passiert. Dadurch erfäht man aber eben auch sehr viel über ihre Familie und um die geht es ja im Buch. Lorna und ihr Mann bleiben eher farblos und waren mir auch nicht sehr sympathisch.

Was ich wiederum sehr mochte, war der Aufbau der Geschichte. In Lornas Kapiteln wird oft schon verraten, was in Ambers Kapitel passiert und noch wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte wird. Allerdings nur in der Menge, dass man neugierig auf Ambers Kapitel wird. Die Autorin schafft dadurch einige fiese Cliffhanger und macht das Buch trotz manch merkwüdiger Sätze zu einem Pageturner.

Was genau Lorna nun mit Ambers Familie zu tun hat, ist zwar irgenwann klar, aber was und wie genau wird erst sehr spät aufgeklärt. Vorhersehbar ist die Geschichte daher wirklich nicht und auch das Ende hat nicht enttäuscht. Die Geschichte lebt von der Stimmung im Buch und der sich immer wieder ändernden Handlungen und unerwarteten Wendungen. Ich habe es gerne gelesen und vor allem in Ambers Kapiteln hatte ich das Gefühl, dabei zu sein und nicht bloß zu lesen. Glück und Schicksalsschläge ziehen sich durch das Buch und nach und nach wird das Geheimnis um Black Rabbit Hall gelüftet.


DIE AUTORIN

Eve Chase wollte schon immer über Familien schreiben – solche, die fast untergehen aber irgendwie doch überleben – und über große, alte Häuser, in denen Familiengeheimnisse und nicht erzählte Geschichten in den bröckelnden Steinmauern weiterleben. Black Rabbit Hall ist so eine Geschichte. Eve Chase ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Oxfordshire. (Quelle: Blanvalet Verlag)

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    ich hab das Buch letztens in der Buchhandlung gesehen und es ist mir sofort aufgefallen, weil das Cover so schön ist. Ich bin mir aber unsicher, ob das Buch was für mich ist.
    Deine Rezension klingt zwar echt vielversprechend, aber eigentlich ist das ja nicht unbedingt mein Genre. Ich überlege also noch weiter :D

    Liebste Grüße,
    Kate ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Cover ist wirklich toll gemacht, das war auch das erste, das ich gesehen habe.
      Ich dachte auch immer, dass das nicht mein Genre ist, aber mittlerweile haben die Bücher so eine anziehende Wirkung auf mich... :D

      Liebe Grüße :)

      Löschen
  2. Guten Morgen Miriam

    Was für eine wunderschöne Rezension :) Ich habe das Buch erst letztens Beendet, meine Meinung dazu wird wohl auch heute oder demnächst online gehen.

    Interessant, dass dir Ambers Abschnitte besser gefallen haben! Mir sind die komischen Sätze bei Lorna zwar ebenfalls aufgefallen und doch hätte ich mir mehr Kapitel aus ihrer Sicht gewünscht. Das Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit war für mich einfach nicht gleichmässig, da ja hauptsächlich über Ambers leben erzählt wurde. Zusätzlich fand ich ab einem gewissen Zeitpunkt das Ende relativ vorhersehbar, auch wenn es schlussendlich auch für mich noch ein paar überraschende Wendungen gab.

    Hach dieses Cover ist wirklich wunderschön :) nur schade, dass es von weitem im Regal so komisch Milchig aussieht ^^

    Ganz liebe Grüsse
    Denise

    AntwortenLöschen