Rezension | Emmy & Oliver - Robin Benway

Originaltitel: Emmy & Oliver | Reihe: - | Übersetzung: Jessika Komina, Sandra Knuffinke
Verlag: Magellan, Januar 2016 | Ausgabe: Hardcover | Seiten: 384 | Preis: 17,95€ 

Mit sieben sind Emmy und Oliver Freunde. Beste Freunde – für immer. Bis zu dem Tag, als Oliver von seinem eigenen Vater entführt wird. Zehn Jahre später taucht er plötzlich wieder auf. Und Emmy spürt, dass das Band ihrer Freundschaft nie zerrissen ist. Doch empfindet Oliver das genauso wie sie? Oder sind ihre Herzen wie die Teile zweier Puzzles – unmöglich, dass eines jemals zum anderen passt? (Quelle: Magellan Verlag)

MEINUNG

Von Emmy & Oliver habe ich mir vor allem ein paar gemütliche Lesestunden erhofft. Was ich tatsächlich bekommen habe war ein ständiges auf die Uhr schauen wann Feierabend ist, weil ich weiterlesen wollte. Ich war gleich in der Geschichte drin und hatte das Gefühl, all diese Leute schon zu kennen.

Emmy und Oliver sind sieben, als sie sich das letzte Mal sehen und dort beginnt auch das Buch. Im nächsten Kapitel geht es an dem Tag, 10 Jahre später, weiter, an dem Oliver zurück nach Hause kommt. Das Buch ist aus Emmys Sicht geschrieben und ich hatte das Gefühl, sie erzählt nicht einfach, sondern spricht mich direkt an. Die Personen sind ein Grund, warum die Geschichte so toll ist. Jeder bekommt seinen Part an der Geschichte, selbst die Nebencharaktere wirken wie Hauptpersonen.

Der Schwerpunkt der Geschichte liegt natürlich auf Emmy und Oliver, wie sie sich nach 10 Jahren wiedersehen und versuchen, mit dem Geschehenen fertig zu werden. Nach so langer Zeit verstehen die beiden sich noch immer auf Anhieb und ich habe mich mit den beiden gefreut und war mit ihnen zusammen traurig. Das Buch ist nicht besonders tiefgründig, aber es holt den Leser an den richtigen Stellen ab und ruft Emotionen hervor, denn Olivers Schicksal ist natürlich nicht einfach abzuhaken und hin und wieder wird aus dem leicht zu lesenden Jugendbuch etwas ernsteres. Fragen werden aufgeworfen, die nur im ersten Moment leicht zu beantworten sind und denen sich die Personen stellen müssen.

Nachdem ich das Buch beendet habe, habe ich all die Personen ein paar Tage lang sogar vermisst und überlegt, das Buch gleich noch einmal zu lesen. Neben der Geschichte um Emmy und Oliver geht es aber auch ums Erwachsenwerden, was Auswirkungen auf den Ausgang der Geschichte hat. Dadurch, dass die Geschichte recht ruhig ist, wirkt nichts überhastet oder überladen, sondern glaubhaft. Auf die ernsten Momente folgen lustige und romantische. Das Ende war schon richtig für das Buch. Es war ein Happy End mit genügend Freiraum, sich die Geschichte im Kopf weiterspinnen zu können. Kein offenes Ende, aber für 17-jährige Protagonisten glaubhaft.

Mir hat die Geschichte wahnsinnig gut gefallen. Ich mochte die Personen, die Handlungen, alles was passierte und wie es schlussendlich ausging. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen, der keine zu tiefgründige, aber auch keine 08/15-Geschichte lesen will. Die Autorin hat in meinen Augen die richtigen Worte für das richtige Thema gefunden. Ich lese nicht jedes Buch mehrmals, auch wenn sie mir gefallen haben. Aber dieses hier würde ich doppelt lesen. Oder dreifach. Oder noch öfter.


DIE AUTORIN

Nach Stationen als Buchhändlerin und Buchjournalistin beschloss Robin Benway, selbst Bücher zu schreiben – mit großem Erfolg. Die Werke der Autorin wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Robin Benway lebt mit Hud-son, ihrem extrem dickköpfigen Shih Tzu, in Los Angeles. Sie hat eine Schwäche für Kochen, Hundewelpen und Kaffee – wenn auch nicht in dieser Reihenfolge. (Quelle: Magellan Verlag)

Kommentare:

  1. Hey Mimi :)

    ich hatte "Emmy & Oliver" schon auf Englisch gelesen und fand es auch so gut :) Lediglich das Ende war mir zu offen, aber das ist auch eine persönliche Vorliebe von mir.

    Liebe Grüße,
    Tati

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    1. Huhu :)

      Ich habe auch erst ein bisschen damit gehadert, aber im Endeffekt fand ich es dann doch irgendwie passend. So richtig offene Enden mag ich auch überhaupt nicht und wenn es mich richtig stört, gibt das auch Abzug bei der Bewertung.

      Liebe Grüße!

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  2. Huhu Liebes,

    ich hab bei der lieben Tati schon ihre Rezension gelesen und war anfangs total Feuer und Flamme (und das, obwohl es sich hier ja so gar nicht um mein Genre handelt), doch zum Schluss hat mich eben das offene Ende abgeschreckt, das Tati auch schon erwähnt hat. Sowas hasse ich wie die Pest. Da bekomm ich immer das Gefühl, als hätte der Autor einfach keinen Bock gehabt, sich ein anständiges Ende auszudenken.
    Daher wird es das Buch momentan wohl eher nicht auf meine Wunschliste schaffen, aber ich finde es total schön, wie arg deine Begeisterung für das Buch aus deiner Rezension herauszulesen ist :)

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Huhu :)

      Ja, es ist irgendwie ein abgeschlossendes Ende, aber irgendwie auch nicht. Aber stimmt, bei manchen Büchern habe ich auch schon das Gefühl gehabt, der Autor wollte einfach nicht mehr.

      Das freut mich, dass man merkt, wie gut es mir gefallen hat! :D

      Liebe Grüße!

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