Rezension | Pandemonium | Lauren Oliver





Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Das Mädchen, das glaubte, was man ihm sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe. (Quelle)

 Vorsicht: Enthält Spoiler zu Delirium.
 
Lena hat es über die Grenze geschafft, Alex nicht. So hat Delirium aufgehört. Aber Pandemonium setzt nicht an dieser Stelle an, sondern irgendwo in der Zukunft. Ich habe erst gedacht, ich hätte irgendwas wichtiges verpasst oder vergessen, aber es war so geplant. 

Lena hat im ersten Kapitel alles - es scheint zumindest so - ziemlich cool weggesteckt: Ihre Flucht und auch den Verlust von Alex. Nur das Merkwürdige am Anfang ist, dass sie sich anscheinend in einer Stadt aufhält und das, obwohl sie ja in die Wildnis geflüchtet ist. Aber dann kommt die Erklärung dafür. Die Kapitel spielen abwechselnd in Vergangenheit (ihr Aufenthalt in der Wildnis) und der Gegenwart (ihr Aufenthalt in einer Stadt). Man liest also quasi darauf hin, wie Lena in diese Stadt gekommen ist, während man in den Kapiteln der Gegenwart erfährt, was gerade tatsächlich passiert. 

Zusätzlich zu Lena lernt man viele neue Charaktere kennen. Eigentlich alle, mit denen sie zusammen in der Wildnis lebt und dann noch Julian, einen Jungen aus der Stadt. Er gehört zu denen, die sich dafür einsetzen, sich gegen die Liebe heilen zu lassen, sein Vater ist der Kopf der ganzen Bewegung. Und man-o-man ich konnte diesen verweichlichten Milchbubi nicht ausstehen! Falls ihr euch jetzt fragt, ob sich also eine Dreiecksgeschichte entwickelt, denn war da nicht noch Alex? Keine Sorge - die gibt es (noch) nicht. Wieso, weshalb, warum müsst ihr aber selbst lesen.

Dieser Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mir super gut gefallen. Hätte man sich Schritt für Schritt vorwärtslesen müssen, wäre mir das Buch glaube ich zu anstrengend geworden. Denn die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen sind zwar interessant, aber irgendwie nichts Neues. Das war eher das typische Dystopie-Überlebens-Gekämpfe, das man schon so oft gelesen hat. Die Kapitel der Gegenwart haben mir dagegen umso besser gefallen. Hier hat sich die Autorin einfach eine Menge einfallen lassen und es passierten so viele Dinge, auch unerwartete. Und immer wieder stellte sich die Frage, wie es zu dem kam, was grade passiert. Das hat natürlich neugierig auf die nächsten Kapitel gemacht.

Was mich ja ein bisschen genervt hat war die Liebesgeschichte. Das Buch beinhaltet das ganze Jahr nach Lenas Flucht und sie konnte Alex nie wirklich vergessen. Ja, was ist bloß mit ihm? Ist er tatsächlich gestorben? Oder ist er irgendwo untergekommen? Und trotzdem fängt Lena was mit diesem Trottel Julian an. Der sie am Anfang am liebsten tot gesehen hätte. Ja, es war wohl wichtig für die Geschichte, aber gemocht habe ich es trotzdem nicht.

Das Ende war schon wieder ein gemeiner Cliffhanger. Diesmal zwar keiner, in dem es um Leben und Tot geht, dafür bahnt sich aber etwas an. Und das hat mich ziemlich neugierig auf das nächste Buch gemacht.


Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn. (Quelle)

Kommentare:

  1. Ich weiß ja, dass die ganze Dystopie von der Liebe "lebt" - aber das mit der Liebesgeschichte lässt mich zögern, obwohl ich schon wissen möchte, wie es weitergeht. *seufz*

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Naja die gehört da halt rein. Ich glaube was mich gestört hat, war enfach Julian, weil ich den so überhaupt nicht mochte. Vielleicht ist es besser, wenn man ihn mag. Die Geschichte an sich ist trotzdem toll!

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  2. Huhu,

    und schon habe ich ein Buch gefunden, dass wir beide gelesen haben.
    Mich hat in dem zweiten Teil ein wenig gestört, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten aus dem ersten Teil hier komplett entfällt.

    Zudem fand ich auch den Plot stellenweise richtig träge, weil man einfach kein Ziel erkennen konnte. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und ich freue mich auch - vor allem nach diesem fiesen Ende - auf den dritten Teil.

    LG
    Steffi♥

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