Rezension | Zwei Worte vor und eins zurück




Georgie weiß, dass ihre Ehe nicht mehr gut läuft. Und sie weiß auch, dass es nicht besser wird, wenn sie Weihnachten getrennt von Neal und ihren beiden Töchtern verbringt. Aber das Jobangebot, das sie erhalten hat, kann sie unmöglich ablehnen. Was folgt, ist die verrückteste, absurdeste, unvorstellbarste Woche in Georgies Leben – eine Woche, die sie alles hinterfragen lässt, was sie über Neal, ihr gemeinsames Leben und ihre Liebe zu wissen glaubte. (Quelle)


Der Einstieg in die Geschichte war gut, man lernte Georgie kennen, die Protagonistin des Buches. Georgie liebt ihren Beruf, ihren Mann Neal und ihre beiden kleinen Töchter. 
Allerdings kam sie mir ziemlich naiv vor, sie lässt sich schnell beeinflussen und übersieht dabei offensichtliche Dinge. Ihr Mann Neal dagegen ist pessimistisch, griesgrämig und - wie oft betont wird - knurrt. Da habe ich mich jedes Mal gefragt, ob sie mit einem Hund verheiratet ist. Dann gibt es noch Seth, Georgies besten Freund und Arbeitskollegen, auf den Neal schon fast krankhaft eifersüchtig ist. Allerdings sieht Georgie das nicht so, allgemein ist Neal für sie ein wahrer Engel. Ich musste ein paar Mal das Buch zur Seite legen, wenn längere Passagen anstanden, in denen Neal vorkam. Seth dagegen brachte ein wenig Leichtigkeit in die Geschichte, genauso wie Heather, Georgies Schwester. 

Im Verlauf der Geschichte verschwindet Neal mit den Töchtern zur Großmutter und Georgie bleibt zurück, da sie arbeiten muss. Bis hierhin hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, dann ging es aber leider rapide bergab. Auf gefühlt jeder Seite wurde mindestens einmal betont, dass ihr Handyakku kaputt ist und es am Laptop hängt. Für jede Gefühlsregung benutzen fast alle Charaktere den Ausdruck Himmel! anstatt toll oder wow oder oh nein oder oh man oder oder oder... Das hat einfach furchtbar genervt. Und dann diese Unterhaltungen. Gefühlskalt und genau nach Schema. Auch bei Eleanor & Park, was die Autorin geschrieben hat, hat mir schon das Gefühl in der Geschichte gefehlt. Die Unterhaltungen drehten sich auch einfach immer im Kreis, es ging zu 99% darum, dass Georgie allen klar machen wollte, dass es ihr gut gehe, Neal sich von ihr trennen soll, sie so ein furchtbarer Mensch ist... und der Rest der Charaktere wiederum fragt alle paar Minuten wie es ihr geht, ob sie und Neal sich getrennt hätten... das Buch hätte eine ganze Menge Seiten weniger vertragen können. 

Es hat mich von der Art her stark an Zeit deines Lebens von Cecelia Ahern erinnert, nur dass dieses Buch hier überhaupt nicht bei mir angekommen ist. Es steckt ein wenig Fantastik im Buch, die auch nicht aufgeklärt wird. Das hat mich auch nicht gestört. Was mich einfach gestört hat ist, dass dieses Buch für mich leider komplett nichtssagend war. Georgie lernt nicht aus ihren Fehlern und Neal bleibt der unantastbare, unausstehliche Mistkerl, den Georgie so vergöttert. Das hat auch die Fantastik nicht kaschiert. Ich habe gehofft, ein Buch in den Händen zu halten, das ein wenig zum Nachdenken anregt, bei dem man ein Wohlfühl-Gefühl entwickelt. Aber leider war es bei mir das Gegenteil, da ich mit den Protagonisten einfach nicht klar kam.

Was mir wirklich gefallen hat waren die Rückblicke, wie Georgie und Neal sich kennenlernten. Auch da war Neal egoistisch, aber man kann ja nicht alles haben. In diesen Rückblicken hat die Autorin schon fast das Gefühl aus der Geschichte zum Leser gebracht, aber geschafft hat sie es meiner Meinung nach nicht. Die Stellen mit Seth und Heather waren gut. Die waren einfach glaubhaft und haben mich zum Weiterlesen animiert.

Ich kann dem Buch also leider nur 2,5 Sterne geben, da ich mich doch ab und zu dazu überreden musste, nicht zu einem anderen Buch zu greifen. 

2,5 von 5 Sternen


Rainbow Rowell studierte Journalismus an der University of Nebraska-Lincoln und arbeitete danach mehrere Jahre als Kolumnistin beim Omaha World-Herald.  Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Bundesstaat Nebraska. Sie schreibt Bücher für junge Leser und Erwachsene. Wenn sie gerade einmal nicht schreibt, liest sie Comics oder plant Trips nach Disneyland. (Quelle)

1 Kommentar:

  1. Hey Emma :)

    Schade, dass dich das Buch "Zwei Worte vor und eins zurück" nicht überzeugen konnte, wobei der Titel schon toll ist. Ich habe von dem Buch heute das erste Mal gelesen und es klingt für mich nach einem soliden Frauenroman, mehr aber auch nicht. Ich lese solche Geschichten ab und an auch mal ganz gerne, aber wenn einen die Charaktere schon im Buch so aufregen, dann lege ich solche Bücher auch ganz schnell wieder weg. Toll, dass du es durchgehalten hast.:) Über deinen Abschnitt darüber, dass es sich anfühlt, als wenn Georgie mit einem Hund verheiratet ist, musste ich herzlich lachen. Habe mir bildlich die Gespräche zwischen den beiden vorgestellt.:)

    Liebe Grüße an dich! =)

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