Ach wie gut, dass niemand weiß - Alexa Hennig von Lange


Inhalt:
Reibungslos, so soll das Leben von Sina, Tochter eines Staatsanwalts, verlaufen. Da passt ein aalglatter Schwiegersohn in spe wie Jean perfekt - jedenfalls für Sinas Eltern. Doch dann verändert ein einziger Abend Sinas ganzes Leben: Als ihre Freundinnen von den Jungs einer Gang angegriffen werden, ist es ausgerechnet einer der Täter, der Sina in letzter Minute rettet. Noah, so heißt der Junge, will Sina unbedingt wiedersehen und steigt sogar heimlich in die Villa ihrer Eltern ein, nur um mit ihr zu reden. Trotz allem, was zwischen ihnen steht, verlieben sich die beiden mit Haut und Haaren. Doch niemand darf von ihren heimlichen Treffen wissen! Und so beginnt ein Spiel mit dem Feuer, in dem plötzlich nichts mehr ist, wie es scheint ...

Meinung:
Oder wie ich sagen würde: Ach wie gut, dass dieses Buch endlich durch ist. Es war ein Kampf. Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut, denn ich habe gerade die Bücher von Simone Elkeles für mich entdeckt und dachte, dass es vielleicht in eine ähnliche Richtung gehen würde. Aber nein. Finger weg von diesem Buch!

Den Anfang fand ich noch gut. Eben eine typische Jugend-Schnulze. Nur dann fing es langsam an, merkwürdig zu werden. Erst einmal war sich die Autorin nicht so sicher, wo ihre Geschichte spielen soll. Es spielt in Deutschland und dann versucht die Autorin da ein bisschen High School-Feeling einzubauen, was ihr bloß missglückt ist. Auch das gegenseitige Ansprechen der Figuren mit "Baby" wirkt total fehl am Platz. 
Und dann diese schrecklich nervige Protagonistin. 17 Jahre alt, aber kein Stück aus der Pubertät raus. Ich würde eher sagen, sie ist grade am Anfang davon. Sina ist verwöhnt, naiv, ein kleines Prinzesschen und hat keine Ahnung vom Leben. Ein Toaster würde sie wohl schon überfordern. 
Und wer jetzt sagt, das klingt nach Klischee: Oh ja! Dieses Buch ist ein einziges Klischee. Aber total schlecht umgesetzt. Ich hatte manchmal das Gefühl, die Autorin hat da glatt vergessen, was sie eine Seite vorher noch geschrieben hat. Auf der einen Seite steht sowas wie "Nein, ich darf ihn nie wieder sehen. Niemals. Er ist nicht gut für mich. Wir dürfen uns nicht wieder sehen. Er ist gefährlich.". Auf der nächsten steht dann sowas wie "Ach er ist so toll, bestimmt ist das alles gar nicht so gemeint.", auf der nächsten Seite gefolgt von "Hm, also eigentlich trauere ich ja total meinem Ex hinterher", was dann von "Mein Ex ist so gemein, ich bin so über ihn hinweg. Der andere ist viel besser." abgelöst wird. Und das als ewiger Kreislauf über 400 Seiten.
Und wem das nicht reicht, der freut sich bestimmt über Sinas Selbstgespräche, die sie seitenweise führt. Allerdings stellt sie sich dabei bloß hirnlose Fragen, die sie sich im nächsten Satz selbst beantwortet oder auf deren Antworten sie durch nachdenken kommen könnte. Aber nein, Madame bemitleidet sich viel lieber.
Ich glaube, dieses ganze Buch war darauf ausgelegt, dass man Mitleid mit den Protagonisten haben sollte. Hatte ich definitiv nicht. Dieses ganze übertriebene Drama war einfach unglaubwürdig und nervig. Ich mag Jugendbücher wirklich gerne. Ich mag diese typischen Jugend-Schnulzen. Aber nicht, wenn es einfach hingeklatscht wird und überhaupt nicht durchdacht ist. Die Idee der Geschichte finde ich gut, die Autorin hat nur leider kein Talent, es auch umzusetzen. "Liebe auf den ersten Blick" wirkt hier eher wie "vorgeschriebene Abfolge von bestimmten Handlungen, die erfüllt werden müssen". Dieses Buch ist definitiv keine Empfehlung.



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