Rezension - Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern


Inhalt (Klappentext)
Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.


Meinung
Ich bin ein bisschen zwiegespalten. Einerseits ist es ein tolles Buch über einen besonderen Zirkus und wir er entstanden ist. Andererseits ist es eine komplett andere Geschichte als das, was der Klappentext sagt (weswegen ich den auch als Inhalt genommen habe). Hangeln wir uns mal am Klappentext lang: Bis es zu den Zelten und der Atmosphäre kommt, vergeht ziemlich viel Zeit. Das Taschenbuch hat knapp 460 Seiten, es kann also eigentlich eine ganze Menge passieren. Wir begegnen auch tatsächlich den zwei verfeindeten Magiern. Unter einem Kampf auf Leben und Tod stelle ich mir aber etwas anderes als "Wann wird entschieden, wer gewinnt?" - "Das wirst du schon sehen." vor. Und es gab sehr wohl schon einen Kampf, dieser wurde auch beendet. Da gibt der Klappentext also Quatsch von sich. Und dann natürlich die groß angepriesene Liebesgeschichte. Tja, die war fast nicht da. Denn: Die Geschichte des Nachtzirkus dreht sich um den Zirkus selbst, darum wie er entstanden ist, was dort erlebt wird und was passiert. Das Buch beginnt damit, wie die zwei, die gegeneinander kämpfen sollen, auserkoren werden. Und dann fängt die Geschichte an zu springen. Vom einen Zauberer zum anderen und dann noch zu ganz anderen Personen und zur gleichzeitig viel interessanteren Geschichte. Nämlich zu der, wie der Zirkus erschaffen wird und wie die Idee entstanden ist. Und wären diese beiden Geschichten nicht genug, springen wir auch noch ins Jahr 1902 zu noch anderen Personen. Die eigentliche Geschichte spielt sich nämlich von 1880 (ca.) bis 1902 ab. Auch die Geschichte in 1902 ist viel interessanter als das, was im Klappentext steht. Irgendwann laufen die Zeitstränge zusammen und alles ergibt einen Sinn und auch das Ende ist wirklich schön. Nur bleibt da diese kleine Nebengeschichte mit der Liebe: die beiden lernen sich so bei Seite 300 kennen, da bleiben noch 160 Seiten. Sie sehen sich also und sind quasi verheiratet. Und so wirkte das ganze auch. Da kam absolut nichts von der Stimmung bei mir an. Allgemein ist der Leser in diesem Buch mehr Zuschauer, auch bedingt durch die vielen Sprünge zwischen den Geschichten. 

Wer also eine Liebesgeschichte mit Magie erwartet, wird sie nicht bekommen. Wer eine Geschichte über die Entstehung und das Leben in einem magischen Zirkus lesen will, der wird auf seine Kosten kommen. Denn so wurde ich einerseits enttäuscht, andererseits aber auch mit einer anderen guten Geschichte unterhalten.


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